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09.11.2020

Ich zitiere Birger Antholz ZKJ 2017, 294-302:

77.645 Kinder und Jugendliche wurden im Jahre 2015 in Deutschland durch das Jugendamt aus denFamilien bzw. in Obhut genommen. Gegenüber 2005 mit 25.664 Inobhutnahmen ist das eine Steige-rung um 203 %. Zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen kehren nicht wieder in ihre Familie zurück.2014 saßen 72.204 Kinder und Jugendliche in Heimen, für die 3,6 Mrd. € aufgewendet wurden (50.000€ pro Kind und Jahr)........Dass die Angst vor dem Jugendamt zum Geburtenrückgang beigetragen hat, zeigt sich darin, dassin Gegenden mit vielen Kindeswegnahmen der Geburtenrückgang besonders ausgeprägt ist und dieGeburtenrate niedrig liegt (z.B. Saarland und Bremen). Die Kindesinobhutnahme erfolgt regional sehrunterschiedlich. Kreise mit vielen Kindeswegnahmen liegen fünffach höher als Kreise mit wenig Kin-deswegnahmen (Mühlmann, 2016, S. 31). Weil die Kindeswohlgefährdung sich vermutlich regionalkaum ums Fünffache unterscheidet, beweist das einmal mehr, dass der Antriebsmotor der Kindesi-nobhutnahme die Personalausstattung der Jugendämter und freien Träger der Kinder- und Jugendhil-fe und nicht die tatsächliche Kindeswohlgefährdung ist.

Ich kann das so bestätigen, aktuell sind wir nach fast 2 Jahren bei der Summe von 103.500 € angelangt. Und das betrifft "nur" die Unterbringung meiner Tochter. Wenn man allein die 9 Monate Verfahrensstillstand abziehen würde, wären das eingesparte Kosten gewesen von 40.500 €. Wenn meine Tochter in der Pflegefamilie untergebracht worden wäre, in die sie im Januar 2019 alternativ (wenn sie nicht zu mir darf) rein wollte, hätte die ganze Maßnahme ca zwischen 20.000-25.000 € gekostet. Wenn man(n) sie gleich zu mir gelassen hätte, wären dem Steuerzahler die vollen 103.500 € erspart geblieben.

Wenn, wäre, hätte Fahrradkette...

Das nur rein zu den Kosten. Was die Heimunterbringung mit meiner Tochter gemacht hat und welche Folgen sie davon weg trägt, bleibt abzuwarten. Ihr Statement gegenüber der Verfahrensbeiständin hätte nicht klarer sein können: Zitat: Dann wolle sie "keinen mehr sehen, mit dem sie derzeit wegen des gerichtlichen Verfahrens zu tun habe".

Scheinbar wird ihr Traum in Erfüllung gehen.


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