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  • Gesche Roestel

01.01.2021-31.01.2021


Mir ist innerhalb weniger Tage klar geworden, dass ich ein traumatisiertes Kind nach Hause bekommen hatte. Meine Tochter hatte innerliche und äußerlich Narben davon getragen. Doch erst Mal mussten wir runter und raus kommen. In dieser Zeit galt in Deutschland aufgrund von Corona Homeschooling. Ich sprach die Schulleiterin der Schule, auf welcher ich Fenja anmeldete darauf an, ob wir das Homeschooling auch außerhalb Deutschlands leisten können, gerade wegen all dem was sie an Negativem erlebt hatte. Zu unserem Glück, war die Schulleiterin sehr verständnisvoll.

Bis zum 13.01.2021 konnte ich an genau 3 Fingern die Momente abzählen, in denen sich meine Tochter für kurze Zeit von mir trennte. 1x um mit der Reitlehrerin länger im Stall zu bleiben, 1x um mit ihrem Bruder zu spielen, 1x um in einen Laden zu gehen (was sie eine Riesen Überwindung gekostet hat). Danach haben wir das Land verlassen, um am Züricher Flughafen gestoppt zu werden: meine Tochter wurde per internationalem Haftbefehl gesucht - seit Mai 2020. (seit sie aus dem Heim abgängig war)

Nachdem geklärt war, das meine Tochter sich legitim in meiner Obhut befindet, durften wir fliegen. Hurra.

Da hat man das alleinige Sorgerecht und wird trotzdem im Nachhinein wie ein kleines Kind belehrt, das man sich beim Jugendamt vorab abzumelden hat? Auch Rechenschaft über die Schule soll man ablegen. Wenn man umgekehrt gerne Rechenschaft über diverse Vorfälle bekommen möchte, wie z.B. warum Fenja vor der Sachbearbeiterin und der Verfahrensbeiständin weggerannt ist, bekommt man keine Antwort. Dienstaufsichtsbeschwerden, egal wie weit man die Dezernentenleiter raufklettert werden auch unter den Teppich gekehrt. Wenn man Akteneinsicht haben möchte, dann bekommt man sie nicht.

Im Ausland fern von Deutschland konnte Fenja langsam heilen, doch schon dort äußerte sie bereits: können wir nicht hierbleiben? Bereits hier war ersichtlich, das kein Sicherheitsgefühl mehr in das Geburtsland (oder war es vielmehr das Jugendamt) vorhanden war. Ihre Angst vor der Polizei und vor Polizeiautos konnte ich ihr in diesem anderen Land etwas nehmen, in Deutschland jedoch nicht. "Unser Dank" geht hier an das Jugendamt Waldshut-Tiengen, welches konsequent zusammen mit dem Vater darauf bestanden hat, das Fenja immer wieder mit der Polizei geholt wurde. Diese Angst wird vermutlich ein Leben lang bleiben.

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